Trainingsmethodik und -planung
Schnellkrafttraining von Gewichthebern in der Vorwettkampfphase
Deutsche Zusammenfassung von Tyazhelaya Atletika. Ezhegodnik 1982 (Moskau: Fizkultura i Sport, 1982), S. 17–19: der Text ist eine Paraphrase, keine Übersetzung; Abbildungen sind die Originalbilder.
Anlage
- Ziel: Vergleich der Schockmethode (Absprung nach einem Tiefsprung) mit dem traditionellen Vorwettkampftraining und die Dosierung ausarbeiten.
- Probanden: 8 Meister des Sports, 6 Anwärter auf den Meister des Sports und 1 Heber der ersten Sportklasse in Versuchs- und Kontrollgruppe. Ausgangspunkt war ein Kontrollwettkampf; Hauptkriterium war die Meisterschaft des GTsOLIFK.
- Tests am dynamographischen Messstand UDS-3, zu Beginn und nach jeder der 3 Wochen: J-Gradient (Explosivkraft), Q-Gradient (Startkraft) und G (Beschleunigungskraft).
Programme
- Kontrolle: 929 Hebungen, 114 t, und etwa 300 gewöhnliche Sprünge.
- Versuchsgruppe: weniger Kniebeugen, dafür 3-mal wöchentlich Tiefsprünge über 3 Wochen: Einheiten 1–2 mit 2 × 10 aus 0.5 m, Einheit 3 mit 3 × 10, Einheit 4 mit 4 × 10, Einheiten 5–9 mit 4 × 10 aus 0.7 m. Insgesamt: 786 Hebungen, 90 t und 310 Sprünge.

Ergebnisse
- Sechs Heber der Versuchsgruppe stellten persönliche Rekorde im Zweikampf auf. Der mittlere Zuwachs in Reißen und Stoßen betrug 6.7%. Einzelne Zuwächse erreichten 10 kg im Reißen (9.5%), 12.5–15 kg im Stoßen und 22.5–25 kg im Zweikampf. Kein Heber der Kontrollgruppe übertraf seine persönlichen Rekorde.
- Jeder Schnellkraftkennwert stieg in der Versuchsgruppe stärker, sprunghaft bereits nach der ersten Woche (7 × 10 Sprünge). Die stärksten Veränderungen lagen am Beginn der Bewegung; in der Kontrollgruppe lagen sie am Ende.
Schlussfolgerungen
- Die Schockmethode steigert die Schnellkraft fortgeschrittener Heber unmittelbar vor dem Wettkampf. Sie bringt zusätzliche Kraft, sobald das Hantelvolumen keine Zuwächse mehr erzeugt.
- Im Vergleich zur Kontrollgruppe waren die Zuwächse um 19.3% größer bei der absoluten Kraft, um 55.1% bei der Explosivkraft und um 40.7% bei der Startkraft.
- Die Kontrollgruppe absolvierte 18.2% mehr Hebungen und 26.7% mehr Tonnage.
- Dosierung: 4 × 10 Absprünge pro Einheit, 3-mal wöchentlich, beginnend 4 Wochen vor dem Wettkampf und fortgesetzt über 3 Wochen; insgesamt 310 Absprünge.