Wissenschaft für die Praxis
Körperzusammensetzung und Umfang und Intensität der Trainingsbelastung bei Spitzengewichthebern
Deutsche Zusammenfassung von Tyazhelaya Atletika. Ezhegodnik 1982 (Moskau: Fizkultura i Sport, 1982), S. 42–44: der Text ist eine Paraphrase, keine Übersetzung; Datentabellen sind vollständig mit deutschen Beschriftungen wiedergegeben.
Hintergrund und Ziel
- Die Belastungen im Wettkampfmonat sind stark gestiegen. UdSSR-Nationalmannschaft, Wettkampfmonat vor Olympia: 1972 — 798 ± 158 Hebungen bei einem mittleren Gewicht von 124 ± 21.7 kg; 1980 — 1430 ± 403 Hebungen bei 133.5 ± 26.7 kg.
- Ziel: objektive Zustandskennwerte zur Individualisierung der Belastung vor großen Wettkämpfen. Die Körperzusammensetzung wurde als aussagekräftig für das Training gewählt (J. Pařízková, 1962; T. A. Enilina, 1967; A. Z. Pelipowski, 1969; S. K. Jumaschewa, 1971) und benötigt nur eine Waage, einen Stadiometer, ein Maßband und einen Kaliper.
Probanden und Methoden
- Probanden: 11 Verdiente Meister des Sports und Meister des Sports internationaler Klasse der UdSSR-Nationalmannschaft in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 1979.
- Methode nach Matiegka (1921), rechte Körperseite, vor dem Morgentraining: Umfang von Oberarm, Unterarm, Oberschenkel und Wade; Hautfalten (Kaliper 10 g/mm², Griff 20–40 mm²) an Oberarm vorn und hinten, Unterarm, Oberschenkel, Wade, Bauch, Rücken und Hand; Körpergewicht vor dem Frühstück (± 50 g); Körpergröße (± 0.5 cm); Körperoberfläche S nach der Du-Bois-Tabelle.
- Formeln: Fett mit Haut D = d·S·K₁ (d — mittlere Hautfalte, mm; K₁ = 1.3); Muskel M = L·r²·K₂ (L — Körpergröße, cm; r — mittlerer, hautfaltenkorrigierter Radius der vier Extremitätensegmente; K₂ = 6.5); relative Werte D/P und M/P × 100% (P — Körpergewicht).
- Design: die letzten 30 Tage in drei 10-Tage-Perioden unterteilt, Körperzusammensetzung viermal gemessen (zu Beginn und nach jeder Periode). Die Belastung wurde aus allen Hebungen über 40% erfasst, als acht Kennwerte (siehe Tabelle; nach N. I. Lutschkin, A. N. Worobjow, R. A. Roman und A. I. Falamejew, A. S. Medwedew und A. W. Tschernjak), auch für 20- und 30-Tage-Zeiträume; Muskel- (ΔM) und Fettveränderungen (ΔD) wurden mit der Belastung jeder Periode korreliert.
Tabellen 1–3. Korrelationen zwischen den Veränderungen der Körperzusammensetzung und der Trainingsbelastung in den drei 10-Tage-Perioden
| Periode | Körperzusammensetzung | Tonnage, gesamt | Hebungen, gesamt | Mittleres Gewicht | Tonnage, R+S | Hebungen, R+S | Hebungen, R+S, % | Tonnage, sonstige Übungen | Hebungen, sonstige Übungen |
| Belastungskennwerte | |||||||||
| 1. (Tabelle 1) | ΔM | 0.588 | 0.360 | 0.715 | 0.375 | 0.114 | −0.316 | 0.712 | 0.582 |
| ΔD | −0.658 | −0.434 | −0.737 | −0.509 | −0.228 | 0.158 | −0.720 | −0.595 | |
| 2. (Tabelle 2) | ΔM | −0.038 | −0.075 | 0.163 | 0.127 | −0.024 | −0.007 | −0.135 | −0.089 |
| ΔD | 0.704 | 0.652 | 0.135 | 0.365 | 0.217 | −0.316 | 0.771 | 0.766 | |
| 3. (Tabelle 3) | ΔM | 0.898 | 0.837 | 0.428 | 0.870 | 0.817 | 0.316 | 0.910 | 0.796 |
| ΔD | −0.685 | −0.532 | −0.379 | −0.712 | −0.675 | −0.413 | −0.655 | −0.385 | |
ΔM, ΔD — Veränderung der absoluten Muskel- und Fettmasse zwischen Beginn und Ende der Periode. R+S — Reißen und Stoßen; „Hebungen, R+S, %" — deren Anteil an allen Hebungen (die Originalüberschrift wiederholt die Bezeichnung ohne „%").
Befunde
- Tage 1–10: die Veränderungen wurden durch hohe Gesamtintensität und ein großes Volumen an Hilfsübungen bestimmt — mittleres Gewicht und Tonnage der Hilfsübungen korrelierten direkt mit Muskelzuwachs und, noch stärker, umgekehrt mit Fett.
- Tage 11–20: ein scheinbar paradoxes Muster — höhere Umfänge gingen bei manchen Athleten mit leichtem Muskelverlust und bei den meisten mit Fettzunahme einher, erklärt durch die Rolle des subkutanen Fetts als Energiereserve: Reserven wurden für die bevorstehende intensive Arbeit angelegt.
- Tage 21–30: hohes Volumen im Reißen und Stoßen ging mit Fettverlust (r = −0.712) und Muskelzuwachs (r = +0.870) einher; auch Hilfsübungen bauten Muskeln auf (r = 0.910), was ein optimales individuelles Muskel-Fett-Verhältnis ergab.
Schlussfolgerung
Der Erfolg der Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 1979 in Thessaloniki bestätigt ihre gute Vorbereitung. Die Körperzusammensetzung ist im Wettkampfmonat aussagekräftig, und regelmäßige Messungen in der Endphase sollten den Trainern helfen, die Athleten in Höchstform zu bringen.